Mandioqueira – der preisbewusste Geheimtipp mit feiner, rötlicher Optik.

Das Unbekannte unter den Terrassenhölzern

Bei Mandioqueira handelt es sich um relativ unbekanntes Tropenholz, das sich als mittel bis stark beanspruchbares Konstruktionsholz eignet. In seinen Herkunftsländern kommt es im Innen- und Außenbau zum Einsatz. So werden nicht nur Fenster- und Türrahmen, Parkett und Möbel aus Mandioqueira gefertigt, sondern auch Fassadenverkleidungen, Parkbänke, Zäune und Brückenbeläge. Da es sich leichter bearbeiten lässt als andere Harthölzer, werden aus ihm auch Drechselarbeiten und Werkzeuggriffe hergestellt. Als Terrassenbelag ist Mandioqueira aufgrund seiner geringen Bereitschaft zum Reißen und Splittern besonders gut geeignet.

Herkunft 


Mandioqueira wird aus fünf verschiedenen Baumarten der Familie der Vochysiaceae gewonnen. Die Wuchshöhe dieser myrtenartigen, tropischen Laubbäume liegt zwischen 20 und 35 Metern. Sie können einen Stammdurchmesser von 50 bis 80 Zentimeter erreichen.

Die verwendeten Baumarten sind ausschließlich in Lateinamerika beheimatet, wo sich ihr Verbreitungsgebiet über das gesamte Amazonasgebiet von Brasilien über Venezuela bis nach Bolivien erstreckt. Da sie wildwüchsig in hoher Zahl vorkommen, ist ihr Anbau in Plantagen bislang nicht notwendig.

 

Eigenschaften

 
Das Kernholz der Mandioqueira-Bäume weist eine rosa-rote bis rötlich-braune Farbe auf und setzt sich deutlich vom blassgelben bis gelblich-roten Splintholz ab. Es kann mit hellen Linien durchzogen sein, die sich auf Einlagerungen von weißen Inhaltsstoffen in den Poren des Holzes zurückführen lassen. Seine Zuwachszone ist kaum zu erkennen und so zeichnet sich das astfreie Holz durch sein besonders gleichmäßiges Erscheinungsbild aus.

Wie bei anderen Tropenhölzern kann es auch bei Mandioqueira zum sogenannten Wechseldrehwuchs kommen. Dieser führt nicht nur zu Glanzstreifen auf der radialen Ebene, sondern sorgt im Zusammenspiel mit der enormen Härte des Holzes für seine schwere Bearbeitbarkeit. Das Vorbohren von Schraublöchern und die Verwendung von Hartmetallwerkzeugen sind deshalb unabdingbar.

Mandioqueira zählt zusammen mit Bangkirai und Massaranduba zu den Tropenhölzern, die über ein mittel bis starkes Schwind- und Quellverhalten verfügen und damit zum Verzug neigen. Doch anders als diese reißt und splittert es nicht so schnell. Den Anforderungen im Außenbereich ist Mandioqueira deshalb ohne direkten Erd- und Wasserkontakt gut gewachsen. Mandioqueira entspricht der Dauerhaftigkeitsklasse I–II.

Besonderheiten


Wie bei den meisten Tropenhölzern kann es auch bei Mandioqueira in den ersten Monaten zum sogenannten Ausbluten kommen. Dabei werden vom Regen- oder Gießwasser Farbpigmente aus dem Holz gespült, die anliegende Bauteile wie Fassaden, Türen und Zäune rötlich-braun verfärben können. Mit Oxalsäure lassen sich diese Verfärbungen allerdings problemlos wieder entfernen.
 

Pflege


Mandioqueira verfügt als Tropenholz über eine Art inneren Holzschutz: Er besteht zum einen in der hohen Dichte des Holzes, die seine Zersetzung durch Mikroorganismen und Pilze erschwert. Zum anderen lagern tropische Baumarten ätherische Öle in ihren Zellen ein, die Insekten abschrecken. Beide Strategien helfen allerdings nicht gegen das Ausbleichen des Holzes unter UV-Einstrahlung. Durch direkte Sonneneinstrahlung wird der im Holz enthaltene Stoff Lignin mit der Zeit zersetzt, wodurch das Holz seine charakteristische rot-braune Farbe verliert. Zurück bleibt die durchsichtig-weiße Cellulose, die das Holz silbrig-grau schimmern lässt. Mit pigmentierten Holzschutzmitteln wie Lasuren, Lacken und Ölen lassen sich diese Farbverluste allerdings wieder ausgleichen. Für den Anstrich mit physikalischen Holzschutzmitteln ist Mandioqueira nur mäßig geeignet. Deshalb sollten ausschließlich auf Öl basierende Mittel zum Einsatz kommen, die sich leichter mit den holzeigenen Ölen verbinden als Mittel auf Wasserbasis. Da nur ein intakter Holzschutz dauerhaft vor Witterungseinflüssen schützt, sollte er regelmäßig auf Schadstellen überprüft und einmal jährlich erneuert werden. Verschmutzungen lassen sich mit klarem Wasser und einem Besen oder einer Bürste ganz einfach entfernen. Die Borsten sollten weich sein, um die Holzoberfläche nicht zu zerkratzen und den Holzschutz nicht zu beschädigen.

 

Alternativen


Andere Tropenhölzer wie Bangkirai, Massaranduba und Teak.