Robinie – europas Härtesieger

Terrassendielen aus „falscher Akazie“

Die Robinie ist auch unter den Handelsnamen „falsche Akazie“ oder „Scheinakazie“ bekannt, was sich auf äußere Ähnlichkeiten mit dem Mimosengewächse zurückführen lässt. Verwandt ist die Robinie mit der echten Akazie allerdings nicht. Das Holz der Robinie eignet sich als mittel stark beanspruchbares Konstruktionsholz im Innen- wie Außenbereich. Es ist  besonders vielseitig verwendbar und so werden aus ihm nicht nur Tür- und Fensterrahmen, Zäune, Parkett und Kleinmöbel gefertigt sondern aufgrund seiner hohen Biegfestigkeit eignet es sich auch für Wendeltreppen, Wein- und Ölfässer. Als Terrassenbelag ist auch bei direktem Erd- und Wasserkontakt bestens geeignet.

Herkunft


Bei der Robinie handelt es sich um einen sommergrünen Laubbaum, der eine Wuchshöhe von maximal 30 Metern und einen Durchmesser von 30 bis 60 Zentimetern erreichet. Er zählt zur Familie der Schmetterlingsblütler und ist ursprünglich in Nord- und Mittelamerika beheimatet. Hier erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet über die gesamte Westküste der Vereinigten Staaten bis nach Mexiko.

Als Garten- und Parkbepflanzung wurde sie bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert nach Europa überführt, wo sie sich rasant ausbreitete. Forstwirtschaftlich genutzt, wird die Robinie allerdings ausschließlich in Südosteuropa wie Ungarn oder Rumänien.

 

Eigenschaften 


Das astarme Holz der Robinie zeichnet sich durch seine auffällige Farbgebung und Struktur aus. Das Splintholz ist von weißlich-gelber Farbe und setzt sich deutlich vom oliv- bis goldbraunen Kernholz ab. Die Zuwachszonen sind in Form von ausgeprägten Jahresringen deutlich zu erkennen. Das sehr helle Frühholz ist mit sichtbaren Poren durchsetzt, die eine ringförmige Anordnung aufweisen. Auf der radialen Ebene ("Tortenanschnitt" des Stammes von außen nach innen) zeigen sich diese als ausgedünnte, feine Streifen und auf der tangentialen Ebene ("Scheibenanschnitt" des Stammes von oben nach unten) in Form heller Fladern.

Beim dunklen Spätholz fallen die Poren wesentlich kleiner und ungleichmäßiger aus. Das überwiegend gradfaserige Holz lässt sich trotz seiner Härte gut mit Hartmetallwerkzeugen bearbeiten. Das Vorbohren von Schraublöchern ist allerdings unabdingbar, da bereits kleinste Faserabweichungen zu Rissen führen können. Dafür quillt und schwindet Robinienholz nur mäßig und neigt so kaum zum Verzug.

Aufgrund seiner herausragenden Eigenschaften ist Robinienholz für die Verwendung im Außenbereich auch bei direktem Erd- und Wasserkontakt bestens geeignet. Es entspricht der Dauerhaftigkeitsklasse I – II.

Besonderheiten 


Wie einige Tropenholzarten enthält auch das Holz der Robinie Gerbstoffe, die mit Eisen reagieren können. Dadurch kann es zu bläulich-grauen Verfärbungen des Holzes kommen. Diese beeinträchtigen zwar nur seine optischen und nicht seine technischen Eigenschaften, doch können sie von Vorneherein durch die Verwendung von Edelstahlschrauben verhindert werden.

 

Pflege 


Robinienholz zeichnet sich durch seine enorme Resistenz gegen Schädlinge wie Insekten und holzzersetzende Mikroorganismen und Pilze aus, die sonst nur Tropenhölzer aufweisen. Wie bei diesen erschwert die hohe Dichte des Robinienholzes seine Zersetzung durch Mikroorganismen und Pilze.

Doch anders als die tropischen Baumarten setzt die Robinie auf Giftstoffe und nicht auf den Duft von ätherische Ölen, um sich vor dem Befall durch Insekten zu schützen. Diese sind für den Menschen absolut unbedenklich, verfehlen bei den Schädlingen aber nicht ihre Wirkung. Gegen das Ausbleichen unter UV-Einstrahlung ist aber auch die Robinie nicht befreit.

Durch direkte Sonneneinstrahlung zersetzt sich der im Holz enthaltene Stoff Lignin. Das Holz verliert dadurch seine charakteristische goldbraune Farbe. Zurück bleibt die durchsichtig-weiße Cellulose, die das Holz silbrig-grau schimmern lässt. Mit pigmentierten Holzschutzmitteln wie Lasuren, Lacken und Ölen lässt sich der Farbverlust allerdings wieder ausgleichen.

Robinienholz ist für den Anstrich mit physikalischen Holzschutzmitteln auf Wasser- wie auf Ölbasis gut geeignet. Da nur ein intakter Holzschutz dauerhaft vor Witterungseinflüssen schützt, sollte er regelmäßig auf Schadstellen überprüft und einmal jährlich erneuert werden.

Verschmutzungen lassen sich mit klarem Wasser und einem Besen oder einer Bürste ganz einfach entfernen. Die Borsten sollten allerdings weich sein, um die Holzoberfläche nicht zu zerkratzen und den Holschutz nicht zu beschädigen.

 

Alternativen 


Tropenhölzer wie Teak oder Bangkirai und Thermohölzer.