WPC – die pflegeleichte Barfuß-Diele
WPC oder BPC – eine gelungene Alternative zu Tropenhölzern
Die Abkürzung WPC steht für „Wood-Plastic-Composite“ und bezeichnet einen Verbundwerkstoff aus Holz und Kunststoff. Anstelle von Holzfasern können auch Bambusfasern verwendet werden, dann spricht man von BPC für „Bamboo-Plastic-Composite“. Entwickelt wurden beide als Alternative zu dem natürlichen Material Holz, das den Anforderungen im Außenbereich meist nur mit Hilfe von Holzschutzmitteln dauerhaft gewachsen ist. Zielsetzung war es, die gegensätzlichen Eigenschaften der beiden Ausgangsmaterialien – Holz beziehungsweise Bambus und Kunststoff – zu vereinen und daraus ein Produkt zu entwickeln, das besonders dauerhaft, strapazierfähig und vor allem pflegeleicht ist.
Herkunft
Bei der Herstellung von WPC kommen überwiegend Weichhölzer wie Fichte, Kiefer oder Tanne zum Einsatz, seltener auch Harthölzer wie Eiche oder Ahorn. Es handelt sich um Nebenprodukte aus der Holzindustrie wie Holzfasern, Sägespäne oder -mehl. Während die groben Holzfasern eine stabilisierende Wirkung auf das Endprodukt haben, dienen die feinen Holzpartikel als Füllmasse, die dem WPC ein gleichmäßiges Erscheinungsbild verleihen. Durch die Weiterverarbeitung der Nebenprodukte zu WPC gehen sie nicht verloren, sondern können dem Werkstoffkreislauf wieder zugeführt werden. Dies wird auch als Upcycling bezeichnet. Geschlossen wird der Kreislauf durch die vollständige Recyclebarkeit von WPC- und BPC-Produkten. So handelt es sich um besonders ressourcenschonende und umweltfreundliche Werkstoffe.
Eigenschaften
Als Thermoplast können WPC und BPC bei Temperaturen von bis zu 200°C verarbeitet werden. Übersteigen die Temperaturen diesen Wert, besteht die Gefahr, dass die im Holz und Bambus enthaltenen Stoffe – Cellulose und Lignin – dauerhaften Schaden nehmen und die Qualität der Endprodukte sinkt. Die genaue Zusammensetzung von WPC und BPC variiert je nach Hersteller: So kann der Holz- beziehungsweise Bambusanteil zwischen 50 bis 90 Prozent liegen. Der Rest setzt sich aus Kunststoffen wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polyvinylchlorid (PVC) und sogenannten Additiven zusammen. Letztere werden zugesetzt um chemische, mechanische oder optische Eigenschaften zu erzeugen, die die Ausgangsmaterialien nicht von Natur aus mitbringen.
So werden WPC und BPC Beispielsweise Lichtschutzmittel beigemischt, um ein Ausbleichen des Materials unter UV-Einstrahlung zu verhindern. Als Verbundwerkstoff aus Holz beziehungsweise Bambus und Kunststoff weisen WPC- und BPC-Produkte die Eigenschaften beider Ausgangsmaterialien auf: Durch den hohen Pflanzenfaseranteil, sind sie fußwarm und überzeugen mit einem angenehmen Laufgefühl.
Auch bei sommerlichen Höchsttemperaturen heizen sie sich nicht so stark auf wie reine Kunststoffdielen. Anders als Vollholzdielen splittern Dielen aus WPC und BPC nicht und sie bedürfen auch keiner jährlichen Auffrischung des Holzschutzes: Der enthaltene Kunststoff umschließt die Pflanzenfasern und schützt sie so vor Witterungseinflüssen.
Besonderheiten
WPC und BPC sind zwar nachweislich resistent gegen tierische Schädlinge, können aber aufgrund des hohen Pflanzenfaseranteils wie Vollholzdielen von holzzersetzenden Mikroorganismen und Pilzen befallen werden. Das Ausmaß des möglichen Befalls hängt maßgeblich vom herrschenden Umgebungsklima ab. Als Faustregel gilt deshalb: Je feuchter das Umgebungsklima, desto höher sollte der Kunststoffanteil im verwendeten Produkt sein! Liegt der Pflanzenfaseranteil unter 60 Prozent sinkt die Gefahr eines Befalls rapide.
Genauso wie Vollholzdielen bleichen WPC- und BPC-Dielen mit der Zeit aus und verfärben sich silber-grau. Dies lässt sich auf den Abbau des im Holz und Bambus enthaltenen Stoffes Lignin zurückführen. Zurück bleibt nur die durchsichtig-weiße Cellulose, die das Material vergraut erscheinen lässt. Die Hersteller haben inzwischen auf das Problem reagiert und versehen ihre Produkte von Vorneherein mit UV-Blockern und Farbpigmenten, die das Ausbleichen verzögern beziehungsweise verdecken.
Pflege
WPC und BPC wurden entwickelt, um den Pflegeaufwand vergleichsweise gering zu halten und das ist auch gelungen: So bedarf es keiner regelmäßigen Auffrischung des Holzschutzes oder der Anwendung spezieller Pflegeprodukte. Verunreinigungen lassen sich schonend mit klarem Wasser entfernen. Dabei sollten ausschließlich Besen und Bürsten mit weichen Borsten zum Einsatz kommen, um die Oberfläche der Dielen nicht zu verkratzen.
Bei hartnäckigen Verschmutzungen kann mit lösungsmittel- und säurefreien Reinigern nachgeholfen werden, da diese den enthaltenen Kunststoff nicht angreifen.
Alternativen
Tropenhölzer der Dauerhaftigkeitsklasse I wie Teak oder Massaranduba.