Morado – exklusive Schönheit mit edler, violetter Maserung
Der falsche Palisander überzeugt mit echter Qualität
In seinen Herkunftsländern Brasilien und Bolivien wird Morado auch Santos Palisander (Heiliger Palisander) genannt, weil es in seinem Erscheinungsbild an das Holz des edlen Palisanderbaums erinnert. Wie beim echten Palisander wird auch seine Rinde von den indigenen Völkern des Amazonasgebiets schon seit Jahrhunderten als Heilmittel verwendet. Darüber hinaus kommt Morado-Holz in ganz Südamerika für den gehobenen Innenausbau, als Parkett- oder Vertäflungsholz, im Instrumentenbau oder als Furnierholz für Möbel zum Einsatz.
Herkunft
Morado wird aus mehreren Laubbaumarten der Gattung Leguminosen gewonnen, die zur Familie der Hülsenfrüchtler zählen. Die Bäume können eine Wuchshöhe von 25 bis 30 Metern und einen Durchmesser von 100 bis 120 Zentimetern erreichen. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Bolivien über die Regenwälder Brasiliens, südlich von Bahia über Rio de Janeiro bis nach São Paulo.
Eigenschaften
Morado zeichnet sich durch seine ausdrucksstarke Struktur und Maserung aus. Das gelblich-weiße Splintholz setzt sich farblich deutlich vom rötlichbraunen- bis violetten Kernholz ab, das von dunkelbraunen bis schwarzen Streifen durchzogen sein kann. Das astarme Holz zeichnet sich durch seine unregelmäßig angeordneten feinen Poren aus, in denen mitunter weiße Einlagerungen zu erkennen sind. Wie bei den meisten Tropenhölzern kann es auch bei Morado zum sogenannten Wechseldrehwuchs kommen. Trotz der daraus resultierenden ungleichmäßigen Faserstruktur lässt sich Morado im Gegensatz zu anderen Tropenhölzern gut bearbeiten. Dennoch sollten Schraublöcher immer vorgebohrt und zur Bearbeitung nur Hartmetallwerkzeugen verwendet werden.
Morado zählt neben Ipé und Cumarú zu den mäßig quellenden und schwindenden Tropenhölzern, die sich kaum verziehen und kaum zu Rissbildungen neigen. Reißt das Holz dennoch, lässt sich dies meist auf eine unsachgemäße Trocknung des Holzes zurückführen. Aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften ist Morado für den Einsatz im Außenbereich, auch bei direktem Erd- oder Wasserkontakt bestens geeignet. Morado-Holz entspricht deshalb der Dauerhaftigkeitsklasse I–II.
Besonderheiten
Wie bei den meisten Tropenhölzern kann es auch bei Morado in den ersten Monaten zum sogenannten Ausbluten kommen. Dabei werden vom Regen- oder Gießwasser Farbpigmente aus dem Holz gespült, die anliegende Bauteile wie Fassaden, Türen und Zäune bräunlich verfärben können. Mit Oxalsäure oder Natriumdithionid-Lösung lassen sich die Flecken allerdings problemlos wieder entfernen. Eine weitere Besonderheit von Morado-Holz besteht in der Einlagerung alkalischer Inhaltsstoffe, die zu Kalkflecken auf der Oberfläche führen können. Diese lassen sich aber mit einem Besen und ein wenig Wasser einfach wieder entfernen.
Pflege
Morado ist als Tropenholz von Natur aus resistent gegen Schädlinge wie holzzersetzende Insekten, Mikroorganismen und Pilze. Es verfügt über eine Art inneren Holzschutz, der zum einen in der hohen Dichte des Holzes besteht, die seine Zersetzung erschwert. Zum anderen lagert es wie die meisten tropischen Hölzer ätherische Öle in seine Zellen ein, die es vor dem Befall durch Insekten schützen. Beide Strategien helfen allerdings nicht gegen das Ausbleichen des Holzes unter direkter Sonneneinstrahlung, durch die sich der im Holz enthaltene Stoff Lignin mit der Zeit zersetzt. Dadurch verliert das Holz seine charakteristische, rötlich-violette Farbe. Zurück bleibt die durchsichtig-weiße Cellulose, die das Holz silbrig-grau schimmern lässt.
Mit pigmentierten Holzschutzmitteln wie Lasuren, Lacken und Ölen lässt sich dieser Farbverlust allerdings wieder ausgleichen. Im Gegensatz zu anderen Tropenhölzern wie Ipé und Teak ist Morado für den Anstrich mit physikalischen Holzschutzmitteln gut geeignet. Wie bei allen Tropenhölzern sollten allerdings ausschließlich auf Öl basierende Mittel zum Einsatz kommen, die sich leichter mit den holzeigenen Ölen verbinden als Holzschutzmittel auf Wasserbasis. Da nur ein intakter Holzschutz dauerhaft vor Witterungseinflüssen schützt, sollte er regelmäßig auf Schadstellen überprüft und einmal jährlich erneuert werden. Verschmutzungen lassen sich mit klarem Wasser und einem Besen oder einer Bürste ganz einfach entfernen. Die Borsten sollten weich sein, um die Holzoberfläche nicht zu zerkratzen und den Holzschutz nicht zu beschädigen.