Blockbohlenhaus – das klassische Gartenhaus

Ein Blockbohlenhaus zeichnet sich durch seine sehr robuste Bauweise sowie eine natürliche Ästhetik aus. Stilistisch orientiert sich die Blockbohlenhütte am traditionellen Blockhaus.

Holzgartenhaus mit Satteldach, Doppeltür mit Glasfenstern und kleinem Fenster an der Seite, umgeben von Blumen und Pflastersteinen

Ein Blockbohlenhaus kaufen: die passende Bauweise

Die Besonderheit der Bauweise des Blockbohlenhauses liegt vor allem in den charakteristischen Verkämmungen (Einkerbungen an der Kopfseite) an den Ecken des Gartenhauses, welche die Blockbohlen zusammenhalten. Die Nut- und Feder-Verbindungen der Holzbohlen ermöglichen ein unkompliziertes Aufeinanderstecken der Bohlen.

 

Zusätzliche Stabilität erhält das Blockbohlenhaus durch Gewindestangen, die mit den Bohlen verschraubt werden. Im Anschluss erfolgt das Aufsetzen eines Dachelements. Häufige Verwendung findet hier das klassische Satteldach, das für einen verbesserten Abfluss des Regenwassers sorgt und durch die weiten Dachüberstände auch die Fassade vor Witterungseinflüssen schützt. Anders als bei einem Gartenhaus in System- oder Elementbauweise kann eine Nachrüstung mit Fenstern und Türen jedoch nicht stattfinden. Achte daher direkt beim Kauf auf eine für dich passende Bauform deines Garten-Blockhauses.

Das Blockhaus als Gartenhaus: verschiedene Wandstärken

Die benötigte Wandstärke beim Blockbohlen-Gartenhaus hängt stark von der geplanten Nutzung eben jenes ab. Dabei muss die Stabilität ebenso berücksichtigt werden wie die wärmedämmende Eigenschaft der Wände. Die Wandstärke eines Gartenhauses kann zwischen 14 Millimetern und 90 Millimetern betragen, je nachdem, welche Blockhütte du kaufen möchtest. Dabei gilt: Je dicker die Wände, desto wärmeisolierender und stabiler ist das Blockhaus.

Ist das Gartenhaus als Gerätehaus gedacht, das ausschließlich als Stellplatz für Gartengeräte und Fahrräder dient, ist eine geringere Wandstärke von 10 bis 20 Millimetern für das Blockhausgartenhaus ausreichend. Frostempfindlichen Pflanzen reicht der Schutz eines Gerätehauses aus Blockbohlen mit dieser Wandstärke zur Überwinterung jedoch nicht aus.

Offenes Gartenhaus aus hellem Holz mit Fahrrad, Grill und Regalen, umgeben von Hecke und Blumen.
Holzgartenhaus mit offenem Türflügel und zwei Fenstern, beleuchtet von innen, davor gepflasterter Boden und Pflanzen, Pool. Sitzecke neben dem Häuschen.

Für ein Blockbohlenhaus, welches überwiegend als Entspannungsoase im Sommer genutzt wird, bietet sich eine Wandstärke von 20 bis 40 Millimetern an. Bei dieser Wandstärke machen sich auch die wärmedämmenden Eigenschaften des Holzes in der Blockbohlenhütte bemerkbar. Während es zur Mittagszeit im Gartenhaus drei bis fünf Grad kühler ist, tritt in den Abendstunden der gegenteilige Effekt ein.

Eine Wandstärke von mindestens 40 Millimetern ist besonders für Gartenhäuser von Vorteil, die ganzjährig als Hobby- oder Gästehaus genutzt werden. Weiteres Beispiel: Homeoffice-Gartenhäuser. Blockbohlenhäuser mit dieser Wandstärke gelten als frostsicher und verfügen über die nötige Stabilität, um auch im Frühjahr oder Herbst für Übernachtungen im Garten genutzt werden zu können.

Gartenhaus aus Holz mit einer Varanda an einem See mit Steinhängen. Im Hintergrund ist ein Wald.

Soll eine gesamte Kleinfamilie an Wochenenden oder in den Ferien Platz in der Blockbohlenhütte finden, solltest du ein Garten-Blockhaus kaufen, das über eine Wandstärke von 70 bis 90 Millimetern verfügt. So genießt dein Blockbohlen-Gartenhaus die benötigte Isolation, um im Winter vor Minustemperaturen zu schützen.

 

In unserem Ratgeber findest du alle Informationen zum Thema Wandstärke als Übersicht zusammengefasst.

Garten mit weißem Gartenhaus, zwei Bänken und Bootssteg am Wasser bei Sonnenuntergang

Welches Holz für dein Garten-Blockhaus?

Damit das Blockbohlenhaus nicht nur die gewünschte Optik, sondern auch die nötige Langlebigkeit erhält, ist die Auswahl des richtigen Holzes bei der Blockbohlenhütte von großer Bedeutung. Grundsätzlich wird zwischen Hart- und Weichholz unterschieden, wobei Hartholz zwar eine höhere Robustheit aufweist, jedoch wesentlich teurer und schwer zu verarbeiten ist. Weichholz eignet sich also besser als Material für ein Blockbohlenhaus.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich beim Gartenhaus das Holz der Fichte. In nördlichen Regionen sorgt das kalte Klima für einen langsameren Wachstumsprozess der Bäume, sodass das Fichtenholz an Dichte und somit an Stabilität gewinnt. Dennoch bleibt es elastisch und vergleichsweise leicht – ideal für dein Garten-Blockhaus.

 

Auch Kiefernholz stellt ein gutes Basismaterial für den Gartenhausbau dar. Es ist ebenso elastisch und weich wie Fichtenholz, das allerdings größere Astlöcher aufweist. Insgesamt sorgt naturbelassenes Holz für ein natürliches Aussehen und ermöglicht eine Menge Gestaltungsfreiraum.

 

Der richtige Untergrund für ein Blockbohlenhaus

Das passende Fundament schützt dein Gartenhaus aus Blockbohlen vor Witterungseinflüssen und den Bewegungen des Untergrunds. So bleiben Spannungsrisse und Schimmelbefälle erspart, die aufgrund eindringender Feuchtigkeit entstehen. Wie auch die Wandstärke ist die Wahl des Fundaments abhängig von der jeweiligen Nutzung des Blockbohlenhauses.

 

Untergrund für ein kleines Blockhaus

Wird das Gartenhaus ausschließlich als kleiner Geräteschuppen genutzt, so ist ein Fundament für dein Mini-Blockhaus nicht unbedingt notwendig. Verdichteter Erdboden bietet häufig genug Stabilität. Anders sieht es bei lockerem Erdreich aus. Hier ist es sinnvoll, eine Schicht verdichteten Kies oder Sand, die nach Regenfällen die Entwässerung unterstützt, als Untergrund für dein Blockbohlenhaus-Gartenhaus zu nutzen.

Untergrund für ein großes Blockhaus

Handelt es sich um ein großes Blockbohlen-Gartenhaus, ist ein Fundament unerlässlich, um Bodenbewegungen auszugleichen. Um die Art und das Ausmaß des Fundaments für deine Blockhütte zu bestimmen, muss der Boden zunächst auf seine Beschaffenheit untersucht werden. Hierzu kannst du eine Probegrabung vornehmen oder, falls das Gartenhaus auf einem Wohngrundstück stehen soll, das zugehörige Gutachten zur Beschaffenheit des Bodens einsehen.

 

Falls du für dein Blockbohlenhaus Wasser- oder Stromleitungen benötigst, berücksichtige dies bereits bei der Fundamentierung, denn wenn die Fundamentplatte gegossen ist, ist die Leerrohranzahl nicht mehr veränderbar.

Holzhaus mit drei Fenstern, einer Doppeltür und überdachtem Sitzbereich auf Schotterfläche vor Einfamilienhaus

Das geeignete Fundament für dein Garten-Blockhaus

Sind alle Vorbereitungen getroffen, kannst du im Anschluss das Fundament der Blockbohlenhütte setzen. Für große Blockbohlenhäuser eignet sich ein Streifenfundament hervorragend, wohingegen für ein leichtes Gartenhaus ein Punktfundament ausreicht.

 

Ist der Untergrund in der Umgebung von einem besonders schweren Blockbohlen-Gerätehaus eher feucht, kommt nur eine Fundamentplatte infrage, um eine solide Basis zu schaffen. Ausschließlich bei leichten Geräte- oder Gewächshäusern genügt ein Fundament aus Gehwegplatten, welches jedoch nicht vor Frost schützt.

 

Aufbau deines Blockbohlenhauses

Hast du alle Vorkehrungen getroffen und eine möglicherweise benötigte Baugenehmigung eingeholt, kannst du mit dem Aufstellen deiner Blockhaus-Hütte aus Holz beginnen. Die Nut- und Feder-Verbindung kann ohne größere Anstrengungen aufeinander gesteckt werden, womit ein schneller Aufbau möglich ist. Blockbohlenhäuser sind meist als Komplettpaket zu kaufen. So wird bei Erwerb eines Holzblockhauses ebenfalls eine Aufbauanleitung mitgeliefert, die eine unkomplizierte Montage des Gartenhauses ermöglicht.

Kleines hellblaues Gartenhaus mit weißem Tür- und Fensterrahmen, umgeben von Büschen und Nachbarhäusern im Hintergrund.

Holzpflege: die richtige Oberflächenbehandlung für dein Blockbohlenhaus

Um die Langlebigkeit des Blockbohlenhauses zu gewährleisten, ist eine angemessene Pflege notwendig. Schon vor dem Aufbau sollte eine mögliche Zwischenlagerung des Holzes an einem vor Feuchtigkeit geschützten Ort erfolgen. Damit alle Bauteile deines Gerätehauses aus Holzblockbohlen vollständig vor witterungsbedingtem Verfall geschützt sind, ist die Behandlung mit einem Holzschutzmittel in Form eines Lackes, Öls oder einer Lasur bereits vor dem Aufbau zu empfehlen.

 

Wie oft eine Nachbehandlung notwendig ist, hängt vom verwendeten Holzschutzmittel ab. Grundsätzlich empfiehlt sich eine Erneuerung bei einer Lasur alle 1 bis 2 Jahre, wohingegen eine Holzschutzfarbe eine Haltbarkeit von bis zu 6 Jahren aufweist. Vor dem Auffrischen der Blockbohlenhütte sollte eine Reinigung der Fassade vorgenommen werden. Passende Lasuren und Öle erleichtern die Arbeit.

Baugenehmigung für Blockbohlenhäuser

Die Genehmigungspflicht hängt vom Bundesland, der Grundfläche und dem geplanten Nutzungszweck ab. In den meisten Bundesländern sind Gartenhäuser bis zu einem bestimmten Brutto-Rauminhalt (BRI) genehmigungsfrei – die Grenzen variieren jedoch erheblich.



Bundesland

Genehmigungsfrei bis

Rechtsgrundlage

NRW

75 m³ BRI

§ 62 BauO NRW

Bayern

75 m³ BRI

Art. 57 BayBO

Baden-Württemberg

40 m³ BRI

§ 50 LBO BW

Hessen

30 m³ BRI

§ 63 HBO

Berlin

10 m² Grundfläche

§ 61 BauO Bln

Ein typisches Blockbohlenhaus mit 5 × 4 m Grundfläche und 2,50 m Wandhöhe hat ca. 50 m³ BRI – in NRW und Bayern genehmigungsfrei, in Hessen nicht. Wird das Gartenhaus als dauerhafter Aufenthaltsraum (Homeoffice, Gästezimmer) genutzt, ist es in allen Bundesländern genehmigungspflichtig – unabhängig von der Größe.

 

Für moderne Gartenhäuser mit Homeoffice-Nutzung empfehlen sich mindestens 44 mm Wandstärke mit zusätzlicher Dämmung. Angaben ohne Gewähr – die rechtliche Prüfung durch die Gemeinde ist vor dem Kauf immer empfehlenswert.

Häufige Fragen zu Blockbohlenhäusern

Braucht man für ein Blockbohlenhaus eine Baugenehmigung?

Das hängt vom Bundesland und der Größe ab. In NRW und Bayern sind Gartenhäuser bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt genehmigungsfrei, in Baden-Württemberg bis 40 m³, in Hessen bis 30 m³. Wird das Blockhaus als dauerhafter Aufenthaltsraum genutzt, ist es immer genehmigungspflichtig.

 

Wie viele Gartenhäuser darf ich auf meinem Grundstück haben?

Die Anzahl ist nicht bundesweit begrenzt. Maßgeblich ist, dass jedes einzelne Gebäude die genehmigungsfreie Größe des jeweiligen Bundeslandes einhält und die Abstandsflächen zum Nachbargrundstück beachtet werden.

 

Welche Wandstärke benötige ich für ein Blockbohlenhaus?

Für reine Gerätehäuser reichen 14–20 mm. Für Sommerhäuser 28–40 mm. Ganzjährige Nutzung als Hobby- oder Gästehaus erfordert mindestens 44 mm, besser 58–70 mm mit Dämmung.

 

Welches Holz eignet sich für ein Blockbohlenhaus?

Nordische Fichte ist am beliebtesten – sie ist leicht, elastisch und durch den langsamen Wuchs besonders dicht. Kiefernholz ist eine gute Alternative. Beide Hölzer benötigen regelmäßigen Holzschutzanstrich.

 

Wie groß darf ein Blockbohlenhaus ohne Genehmigung sein?

Ein Blockbohlenhaus mit 5 × 4 m und 2,50 m Wandhöhe hat ca. 50 m³ BRI – in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei, in Baden-Württemberg (40 m³) und Hessen (30 m³) jedoch nicht. Angaben ohne Gewähr.

 

Kann ich ein Blockbohlenhaus selbst aufbauen?

Ja, die meisten Blockbohlenhäuser werden als Komplettpaket mit Aufbauanleitung geliefert. Die Nut-Feder-Verbindung ermöglicht unkompliziertes Aufeinanderstecken. Bei größeren Modellen empfiehlt sich der Aufbau zu zweit.

 

Wie pflege ich ein Blockbohlenhaus richtig?

Vor dem Aufbau alle Bauteile mit Holzschutzlasur behandeln. Danach die Lasur alle 1–2 Jahre erneuern, Holzschutzfarbe hält bis zu 6 Jahre. Vor dem Auffrischen die Fassade reinigen.