Terrassendielen-Ratgeber

Ob aus Holz oder WPC – in unserem Shop findest du die passenden Dielen für deine Terrasse. Hier erfährst du alles über die verschiedenen Materialien, Pflege und Aufbau von Terrassendielen. Eine 20 m² große Holzterrasse kostet je nach Material zwischen 600 und 4.000 Euro – einen Überblick über alle Kostenfaktoren findest du in Abschnitt 8.

 

Terrassendielen: Welche Materialien stehen zur Wahl?

Für Terrassendielen eignen sich grundsätzlich Holz und Holzverbundwerkstoffe (WPC/BPC). Bei den Terrassendielen aus Holz kann zwischen tropischen Hölzern und heimischen Hölzern unterschieden werden. Im Vergleich dazu bieten Terrassenplatten eine alternative Optik für den Außenbereich.

1.1. Tropische Hölzer

Aufgrund ihrer hohen Resistenz sind Tropenhölzer besonders gut für den Außenbereich geeignet. Durch das feuchtwarme Klima in tropischen und subtropischen Gebieten erlangen die Hölzer eine höhere Dichte und Festigkeit. Außerdem überzeugen tropische Hölzer durch ihre Resistenz gegenüber Feuchtigkeit und holzzersetzenden Mikroorganismen, Pilzen sowie Insekten.

Für die Verwendung im Außenbereich haben sich folgende Tropenhölzer bewährt:

  • Bangkirai
  • Garapa
  • Cumarú
  • Ipé
  • Mandioqueira
  • Massaranduba
  • Teak
  • Kapur
  • Afrikulu (Mukulungu)

Tropenhölzer überzeugen mit ihrer charakteristischen rötlich-braunen Farbe und einem unverwechselbaren edlen Look. Viele sind vollständig astfrei und verfügen über eine sehr gleichmäßige Struktur. Das Material ist verzugsarm und sehr dicht – das Gefühl frisch verlegter Holzdielen bleibt lange erhalten.

In unserem Holzlexikon kannst du dich über die gängigen Holzarten umfassend informieren.

Holzterrasse mit einem Liegestuhl, einem kleinen Glastisch und einem großen grünen Strauch, im Hintergrund Bäume und Häuser.
1.2. Heimische Hölzer

Auch heimische Hölzer sind sehr gut für die Verwendung im Außenbereich geeignet, wobei die holzeigenen Schutzmechanismen nicht mit jenen der Tropenhölzer vergleichbar sind. Die heimischen Hölzer benötigen eine Bearbeitung mit Holzschutzmitteln, um bestmöglich für den Außenbereich vorbereitet zu sein.

Für die Verwendung im Außenbereich haben sich folgende heimischen Hölzer bewährt:

  • Douglasie
  • Lärche 
  • Robinie 
  • Kiefer

Die heimischen Hölzer überzeugen in unbehandeltem wie behandeltem Zustand mit besonders natürlichen Maserungen. Thermisch behandelte Hölzer sind allgemein dunkler als imprägnierte oder unbehandelte Hölzer derselben Art. Bei den etwas weicheren heimischen Hölzern besteht die Gefahr der Splitterbildung bei Beschädigung.

1.3. WPC/BPC

Wood Plastic Composites (WPC) und Bamboo Polymer Composites (BPC) bestehen aus Holz- bzw. Bambusfasern und Kunststoff. Bei der Herstellung werden meist recycelte Produktionsreste genutzt. Die verwendeten Kunststoffe sind Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polyvinylchlorid (PVC).

 

Die Herstellung erfolgt per Extrusionsverfahren (bis 80 % Holzanteil, unter 100–300 bar Druck) oder Spritzgießverfahren (ca. 30 % Holzanteil). Coextrudierte Dielen erhalten eine zusätzliche Kunststoffummantelung für verbesserte Beständigkeit. Mono-extrudierte Dielen werden durchgängig in der Masse gefärbt.

 

Je höher der Holzanteil, desto natürlicher die Optik. WPC-/BPC-Dielen sind splitterfrei und in beliebigen Farben herstellbar. Beachte die Farbreifung in den ersten sechs Monaten. WPC-/BPC-Dielen eignen sich besonders gut für den Außenbereich, da sie witterungsbeständig und wasserabweisend sind.

Hohlkammer- oder Massivprofil? – Vor- und Nachteile

Terrassendielen mit Hohlkammerprofil sind leicht, schnell zu verlegen und bieten gute Dämmeigenschaften. In den Hohlräumen lassen sich Kabel verstecken. Plane ein leichtes Gefälle ein, damit Wasser abfließen kann. Der geringe Materialeinsatz macht sie besonders ressourcenschonend.

 

Terrassendielen mit Massivprofil sind besonders tragfähig, robust und formstabil. Kein Wasser kann eindringen, was sie bis zu 15 Jahre im Außenbereich haltbar macht. Sie sind riss- und splitterfest – ideal zum Barfußlaufen oder als Poolumrandung.

Was hält länger – Holz oder WPC?

Alle Holzarten und Holzverbundwerkstoffe werden nach DIN-EN-350-2 in Dauerhaftigkeitsklassen unterteilt – von Klasse I (sehr dauerhaft) bis Klasse V (nicht dauerhaft). Die Klassen basieren auf Labor- und Freilandtests zu Witterungsresistenz, UV-Beständigkeit und Schädlingsresistenz.

 

Heimische Hölzer wie Lärche und Douglasie erreichen Klasse III–IV (10–15 Jahre). Tropenhölzer wie Teak, Ipe und Cumaru erreichen Klasse I (bis 25 Jahre). WPC/BPC massiv und hohl erreichen ebenfalls Klasse I (bis 25 Jahre). Eine ausführliche Übersicht findest du in unserem Ratgeber zu Dauerhaftigkeitsklassen.

 

KDI und thermische Modifikation

Kesseldruckimprägnierung (KDI): Imprägniermittel werden unter hohem Druck ins Holz gepresst. Die Dauerhaftigkeit steigt um ein bis zwei Klassen (ca. 5–10 Jahre mehr). Thermische Modifikation: Holz wird unter Sauerstoffentzug auf über 160 °C erhitzt. Nährstoffe und Harz werden entzogen. Die Dauerhaftigkeit steigt um zwei bis vier Klassen (ca. 10–20 Jahre mehr).

 

Tipp: Thermisch modifizierte oder kesseldruckimprägnierte Hölzer kannst du zusätzlich mit Lasuren, Lacken oder Ölen in deiner Wunschfarbe behandeln. So machst du das Holz langlebiger und schützt es vor Sonnenstrahlung, Feuchtigkeit sowie Schädlingen.

Wie pflege ich meine Terrassendielen?

Holzdielen: Pflege und Reinigung

Holzdielen solltest du mindestens ein- bis zweimal jährlich gründlich reinigen – idealerweise im Frühjahr und Herbst. Behandle sie mit einem Holzschutzmittel (Lasur oder Öl) mit integriertem UV-Schutz, um Vergrauung zu verhindern.

 

Holzöl dringt in die Poren ein und verhindert das Eindringen von Wasser. Holzlasuren schützen vor Witterung und werten optisch auf. Beide erhalten die natürliche Holzstruktur. Bei der Reinigung ist eine milde Seifenlauge bei fast allen Holzarten ein schonender Weg.

 

WPC-Dielen: Pflege und Reinigung

WPC-Dielen müssen nach dem Einbau nicht nachbehandelt werden. Empfehlenswert ist jedoch ein pigmentiertes Pflegemittel gegen Vergrauung. Verwende nur Produkte, die für WPC-/BPC-Dielen geeignet sind. Reinige sie mit milder Seifenlauge, bei hartnäckigen Flecken mit WPC-Reinigerkonzentrat.

Terrassendielen-Unterkonstruktion

Eine Terrasse kann direkt am Haus oder auf freier Fläche angelegt werden. Ohne Unterkonstruktion würde die Bodenfeuchtigkeit die Dielen faulen lassen. Eine passende Bodendämmung verbessert zusätzlich die Langlebigkeit des gesamten Aufbaus. In unserem Ratgeber findest du eine ausführliche Anleitung zur Montage.

Wie montiere ich WPC-Terrassendielen?

In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung für WPC-Dielen erklären wir Untergrundvorbereitung, Unterkonstruktion und Verlegung.

Wie montiere ich Holzterrassendielen?

In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung für Holzterrassendielen erklären wir Untergrundvorbereitung, Unterkonstruktion und Verlegung.

Kostenplanung und Materialbedarf

Um die Kosten deiner Terrasse zu kalkulieren, plane folgendes Material ein: Terrassendielen, Unterkonstruktion, Fundament und Befestigung. Die Gesamtkosten hängen stark vom gewählten Material und der Terrassengröße ab.



Material

Dielenpreis / m²

Unterkonstruktion / m²

Gesamt / 20 m²

Haltbarkeit

Kiefer KDI

15–25 €

8–12 €

460–740 €

10–15 Jahre

Lärche / Douglasie

25–40 €

10–15 €

700–1.100 €

10–15 Jahre

Thermoesche / -buche

50–80 €

12–18 €

1.240–1.960 €

15–25 Jahre

Bangkirai / Garapa

50–70 €

12–18 €

1.240–1.760 €

15–20 Jahre

Ipe / Cumaru / Teak

80–130 €

15–20 €

1.900–3.000 €

20–25 Jahre

WPC/BPC Hohlkammer

25–45 €

8–12 €

660–1.140 €

15–25 Jahre

WPC/BPC Massiv

40–65 €

10–15 €

1.000–1.600 €

15–25 Jahre

Alle Preise sind Richtwerte inkl. MwSt. (Stand 2025). Hinzu kommen ggf. Kosten für Fundament (Schotter, Beton), Schrauben/Clips und Pflegemittel. Wie du den Materialbedarf für WPC-/BPC-Terrassendielen berechnest, kannst du in unserem Ratgeber nachlesen. Für eine Gesamtübersicht aller Terrassenbeläge findest du weitere Vergleichsmöglichkeiten in der Elternkategorie.

Fazit

Ob edle Tropenhölzer, heimische Naturhölzer oder witterungsbeständige WPC-/BPC-Terrassendielen – alle Materialien haben ihre individuellen Vorteile. Am Ende musst du entscheiden, welche Faktoren dir am wichtigsten sind. In unserem Ratgeber "Holz und WPC im Direktvergleich" findest du detaillierte Informationen zu den verschiedenen Materialien.

Häufige Fragen zu Terrassendielen

Was kostet eine Terrasse aus Holz?

Die reinen Materialkosten für eine 20 m² große Holzterrasse liegen zwischen 460 Euro (Kiefer KDI) und 3.000 Euro (Ipe/Teak). Hinzu kommen Unterkonstruktion, Fundament und Befestigung. WPC-Dielen starten ab ca. 660 Euro für 20 m².

 

Welches Holz eignet sich am besten für eine Terrasse?

Das hängt von Budget und Anspruch ab. Lärche und Douglasie bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (10–15 Jahre). Thermoesche und Bangkirai halten 15–25 Jahre. Für maximale Haltbarkeit ohne Pflege ist WPC/BPC eine gute Alternative.

 

Wie oft muss ich Holzterrassendielen ölen?

Ein- bis zweimal jährlich, idealerweise im Frühjahr und Herbst. Verwende ein Holzöl mit UV-Schutz, um Vergrauung zu verhindern. Thermoholz und Tropenhölzer benötigen seltener eine Behandlung als heimische Weichhölzer.

 

Sind WPC-Dielen besser als Holzdielen?

WPC-Dielen sind pflegeleichter, splitterfrei und feuchtigkeitsresistent. Holzdielen bieten dagegen eine natürlichere Optik und Haptik. Beide Materialien haben Vor- und Nachteile – entscheidend sind deine Prioritäten bei Pflege, Optik und Budget.

 

Welches Gefälle benötigt eine Terrasse?

Empfohlen werden 1–2 % Gefälle vom Haus weg, das entspricht 1–2 cm pro Meter. So fließt Regenwasser zuverlässig ab und Staunässe wird vermieden.

 

Kann ich Terrassendielen auf Beton verlegen?

Ja, mit einer Unterkonstruktion auf Stelzlagern oder Terrassenlagern. Die Unterkonstruktion gleicht Unebenheiten aus und sorgt für die nötige Hinterlüftung der Dielen.