Pfostenträger einbetonieren: So geht’s!

Felix Ellenberger

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Der Frühling ist die Hochsaison für Gartenprojekte. Damit deine Terrasse vor der heißen Sonne geschützt wird und du den Sommer entspannt draußen genießen kannst ist eine Terrassenüberdachung empfehlenswert. Entscheidest du dich für dieses Projekt, ist es nötig, Pfostenträger zu nutzen. Pfostenträger sind vielseitig im Garten einsetzbar und müssen einbetoniert werden. Diese Elemente verbinden Holzpfosten mit dem Erdboden und schaffen so einen tragfähigen Untergrund. Auch andere Bauten aus Holz wie Gartenzäune, Carports und Gartenhäuser benötigen Pfostenanker, welche einbetoniert werden müssen. In diesem Artikel geben wir dir eine Einleitung und Tipps, wie du die Pfostenträger am besten einbetonierst.

Vorbereitungen und benötigte Materialien

Vor dem Einbetonieren der Pfostenträger muss ein Fundament gegossen werden. Für Pfostenanker bzw. Pfostenträger eignen sich Punkt- oder Streifenfundamente. Diese müssen frostsicher gemacht werden: Eine ausreichende Tiefe von 80 bis 120 cm ist erforderlich. Da du ein Fundament effektiv planen musst, solltest du alle benötigten Materialien bereit haben.

Stecke zunächst den Bereich für die Pfosten mit Messgeräten, einen Winkel und einer Schnur vollständig ab. Mit der Schnur kannst du die einzelnen Punktfundamente markieren. Überprüfe mit einer Wasserwaage, ob die Markierungen gerade sind. Begradige die Fläche, um das Befüllen der Löcher zu vereinfachen. Anschließend kannst du den Beton nach Herstellerangaben mischen.

Wichtig: Behalte auch das Wetter im Blick! Warme Temperaturen an trockenen Tagen erleichtern die Arbeit, zudem trocknet der Beton so schneller.

Pfostenträger auswählen

Es sind unterschiedliche Ausführungen von Pfostenträgern bzw. Pfostenankern erhältlich, die entweder mit dem Untergrund verschraubt oder in den Boden gesteckt werden. Am üblichsten ist es, die Pfostenträger einzubetonieren. Zudem unterscheiden sich Pfostenträger in ihrer Bauart, man differiert zwischen H-Pfostenträgern und U-Pfostenträgern.

H-Pfostenträger

H-Pfostenträger bestehen aus zwei Flacheisenprofilen, die durch Querstreben aus Flachstahl miteinander verbunden sind. Das untere Querprofil des H-Ankers wird komplett in den Boden einbetoniert. Dadurch ist diese Konstruktion besonders stabil und hält Wind und Wetter stand.

U-Pfostenträger

U-Pfostenträger sind günstiger und einfacher zu setzen als H-Pfostenträger. Dieser besteht aus einem Flachstahl, der in die U-Form gebracht wurde. Der mittig angebrachte Stahlstab, der meist spiralförmig ist, dient zur Verankerung im Boden.

Betonmischung vorbereiten

Für das Fundament ist Beton das gängigste Material. Dabei kannst du den Beton entweder selbst mischen oder auch auf Fertigbeton zurückgreifen.

Die Mischung des eigenen Betons ist dabei deutlich aufwendiger, passt sich aber perfekt an deine Bedürfnisse an und ist in der Anschaffung deutlich günstiger. Ein grober Richtwert für das Mischungsverhältnis ist: 1 Teil Zement zu 4 Teilen Kies oder Sand und 0,5 Teile Wasser. Als Beispiel rechnen wir das auf den Kubikmeter hoch: 440 kg Zement, 1760 kg Kies und 220 l Wasser. Das Mischen erledigt bequem der Betonmischer, den du auch bei Baumärkten ausleihen kannst. Kleine Projekte können bequem mit einer Mörtelwanne bewältigt werden.

Für größere Projekte dagegen empfiehlt es sich, Transport- beziehungsweise Fertigbeton zu bestellen.

Egal für welche Art du dich entscheidest: Wichtig ist, dass eine homogene Masse gebildet wird und der Beton gleichmäßig verteilt werden kann. Achte dabei auch auf das Wetter. Bei kaltem Wetter sollte der Beton innerhalb einer Stunde verarbeitet werden, während du bei warmen Wetter nur eine halbe Stunde hast, bevor der Beton trocken wird.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um dir den Prozess zu erleichtern, stellen wir für dich eine Anleitung bereit, wie du Pfostenanker einbetonieren kannst.

1.       Fundament ausheben

Im ersten Schritt muss das Fundament per Hand oder eventuell mit dem Bagger ausgehoben werden. Achte darauf, die Mindesttiefe von 80 cm einzuhalten. Die Stelle, die ausgehoben wurde, sollte mindestens doppelt so breit wie der Pfosten sein, der eingebaut werden soll, um Stabilität zu gewährleisten.

2.       Schalung anlegen

Bei einem Punktfundament ist eine Schalung notwendig, die zum Beispiel mit Holzbrettern realisiert werden kann.

3.       Beton verarbeiten

Du kannst wie bereits erwähnt Fertigbeton nutzen oder den Beton selbst anmischen. Ist dieser fertig zum Verarbeiten, kannst du diesen in die Schalung gießen. Daraufhin können die Pfostenträger eingesetzt werden. Achte darauf, dass die Pfostenträger nicht zu tief in den frischen Beton einsinken, indem du eine Holzlatte unter die obere Querstrebe durch den Träger schiebst. Nach dem Gießen des Betons sollte dieser verdichtet werden. Sonst können sich Lufteinschlüsse bilden, wodurch das Fundament geschwächt werden kann.

4.       Fundament aushärten lassen

Warte ca. 30 Tage, bis du die Pfostenträger belastest, damit der Beton vollständig ausgehärtet ist.

5.       Bohren

Nachdem der Beton getrocknet ist, kannst du mit einem Stift die Bohrlöcher für die Pfostenanker markieren. Beim klassischen Pfostenanker in H- oder U-Form stellt sich immer die Frage, mit welcher Seite der Träger nach vorne bzw. ins direkte Blickfeld zeigen sollte. Normalerweise wählt man hierfür diejenige Seite, auf der der Holzbalken nicht vom Pfostenträger umschlossen wird. Überlege dir also, von welcher Seite am ehesten der Blick auf die fertige Gesamtkonstruktion fallen wird. Anhand dieser Erkenntnis kannst du den Pfostenträger dann ausrichten.

Soll der Pfostenträger nahezu komplett „unsichtbar“ sein, kannst du einen L-Pfostenanker verwenden, bei dem die einzige verschraubte Seite in entgegengesetzter Richtung vom Blick auf die fertige Konstruktion ausgerichtet wird. Der Zugang zu den Schrauben sollte jedoch auch hier immer gewährleistet sein. Zudem gibt es inzwischen auch komplett unsichtbare Pfostenträger.

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Häufige Fehler und deren Vermeidung

 

Welches Fundament eignet sich am besten?

Ein Punktfundament eignet sich am besten, da es wenig Beton verbraucht, nur einzeln gesetzt wird und nur ein geringes Gewicht aushalten muss. Ein Pfostenanker wird ausschließlich für einen Pfosten genutzt, weshalb kein komplettes Streifen- oder Plattenfundament gebraucht wird. Eine Kies- oder Sandschicht ist aufgrund der geringen Gewichtsbelastung nicht nötig. Außerdem muss der Boden nicht vollständig begradigt werden, weshalb die Installation besonders einfach ist.

Welche Seite der Pfostenträger muss nach oben zeigen?

Es sollte die Seite, auf welcher der Holzbalken nicht vom Träger umschlossen ist, gewählt werden.

Wenn der Pfostenträger fast unsichtbar sein soll, kannst du einen L-Pfostenanker verwenden. Bei diesem ist einzige verschraubte Seite in der entgegengesetzten Blickrichtung von der Konstruktion ausgerichtet ist. Es sind auch komplett unsichtbare Pfostenträger erhältlich.

Du brauchst ein Fundament für deine Terrasse oder dein Gartenhaus? Die dafür geeigneten Pfostenträger findest du bei uns im Shop.

Müssen Pfostenanker einbetoniert werden?

Um die Stabilität zu erhöhen, ist die Verwendung von Pfostenträgern notwendig.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Pfostenträger einbetonieren

Wie tief muss ein Pfostenträger einbetoniert werden?

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Das Fundament für einbetonierte Pfostenträger muss frostsicher sein – das bedeutet in Deutschland eine Tiefe von 80 bis 120 cm, je nach Region und Bodenbeschaffenheit. In frostgefährdeten Gebieten empfiehlt sich eine Tiefe von mindestens 100 cm.

Was ist der Unterschied zwischen H-Pfostenträgern und U-Pfostenträgern?

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H-Pfostenträger bestehen aus zwei Flacheisenprofilen mit Querstreben und werden komplett einbetoniert – sie sind besonders stabil und witterungsbeständig. U-Pfostenträger sind günstiger und einfacher zu setzen, da nur der Stab in den Boden reicht. Für tragende Konstruktionen wie Carports oder Terrassenüberdachungen empfehlen sich H-Anker.

Welcher Beton ist für Pfostenträger am besten geeignet?

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Für Pfostenträger-Fundamente eignet sich ein Normalbeton C20/25 (früher B25). Du kannst Fertigbeton aus dem Baumarkt verwenden oder selbst mischen. Das Mischungsverhältnis für selbst gemischten Beton lautet: 1 Teil Zement + 2 Teile Sand + 3 Teile Kies, plus Wasser.

Wie lange muss Beton trocknen, bevor ich den Pfosten belasten kann?

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Beton erreicht nach 28 Tagen seine volle Festigkeit. Für einfache Gartenprojekte kannst du den Pfosten nach 48–72 Stunden vorsichtig belasten, wenn der Beton gut ausgehärtet ist. Bei tragenden Konstruktionen solltest du die volle Aushärtezeit abwarten.

Kann ich Pfostenträger auch ohne Beton setzen?

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Ja – es gibt Einschlagbodenhülsen, die ohne Beton direkt in weichen Boden getrieben werden. Diese sind aber deutlich weniger stabil und nicht für tragende Bauten geeignet. Für Terrassenüberdachungen, Carports und Gartenhäuser ist das Einbetonieren Pflicht.

Welche Werkzeuge benötige ich zum Einbetonieren von Pfostenträgern?

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Du brauchst: Erdbohrer oder Spaten zum Ausheben, Wasserwaage zur Ausrichtung, Schnur und Winkelmesser zur Absteckung, Betonmischer oder Eimer zum Anrühren sowie Schaufel zum Einfüllen. Für das genaue Ausrichten des Pfostenträgers hilft eine Hilfsschalung aus Holzbrettern.

Wie viel Abstand sollte zwischen den Pfosten liegen?

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Der optimale Abstand hängt von der Konstruktion ab. Bei Terrassenüberdachungen sind 2–3 Meter üblich. Bei Gartenzäunen sind 1,5–2,5 Meter Standard. Achte immer auf die Herstellerempfehlungen deiner Konstruktion und die Windlastzone in deiner Region.

Brauche ich für eine Terrassenüberdachung eine Baugenehmigung?

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Das hängt vom Bundesland und der Größe der Konstruktion ab. In vielen Bundesländern sind kleinere Terrassenüberdachungen bis 30 m² genehmigungsfrei. Informiere dich vor dem Bau bei deiner Gemeindeverwaltung oder deinem zuständigen Bauamt, um auf der sicheren Seite zu sein.

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