Ein Gewächshaus verlängert die Gartensaison im eigenen Garten, schützt empfindliche Kulturen und ermöglicht den Anbau von Gemüse und Kräutern, die im Freiland nicht gedeihen würden. Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen und Melonen liefern im Gewächshaus deutlich höhere Erträge als draußen. Das komplette Sortiment rund um Gewächshäuser und Hochbeete findest du bei uns auf einen Blick.
Die wichtigsten Vorteile eines Gewächshauses auf einen Blick:
• Frühere Saison: Anzucht ab Februar/März möglich, Auspflanzen 4 bis 6 Wochen früher als im Freiland
• Spätfrostschutz: empfindliche Kulturen sind vor Spätfrösten bis in den Mai sicher
• Wärmeliebende Kulturen: Tomaten, Paprika, Melonen erzielen deutlich bessere Erträge
• Schädlingsschutz: geschlossene Umgebung hält viele Schädlinge fern – bei Ameisen hilft das Anbringen von Leimringen an den Stellfüßen
• Überwintern: mediterrane Pflanzen, Kakteen und Kräuter sicher überwintern
Die Verglasung ist die wichtigste Materialentscheidung. Ein direkter Vergleich:
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Material |
Lichtdurchlässigkeit |
Wärmedämmung |
Bruchfest? |
Preis |
|---|---|---|---|---|
|
Einfachglas |
über 90 % |
gering |
nein |
günstig |
|
ESG (Sicherheitsglas) |
über 90 % |
gering |
ja |
mittel |
|
Polycarbonat-Steg |
bis 80 % |
gut |
ja |
mittel |
|
VSG-Verbundglas |
bis 90 % |
mittel-gut |
ja |
hoch |
Gewächshäuser sind in verschiedenen Grundformen erhältlich:
• Freistehendes Gewächshaus (Sattelform): klassische Form, ringsum benutzbar, maximales Licht
• Anlehngewächshaus: lehnt an der Hauswand an, spart Platz, durch Wandwärme besonders warm
• Bogentunnel-Gewächshaus: preiswert, einfach aufzubauen, für kleine Nutzflächen
• Viktorianisches Gewächshaus: hohe Seitenteile und dekoratives Dach, für gehobene Ansprüche
Die Faustformel für Gewächshäuser lautet: Kaufe immer eines, das mindestens doppelt so groß ist, wie du anfänglich denkst. Eine Standardgröße für Einsteiger ist 2,50 m × 2,00 m oder 3,00 m × 2,00 m. Für eine vollständige Gemüseversorgung einer vierköpfigen Familie werden 6 bis 8 Quadratmeter empfohlen.
In den meisten Bundesländern sind Gewächshäuser bis 20 m² ohne Baugenehmigung zulässig, sofern kein Betonfundament eingebaut wird. Bayern: 10 m², NRW: 30 m² genehmigungsfrei. Abstandsflächen von mindestens 1 m zur Grundstücksgrenze sind bundesweit Standard – prüfe immer die aktuelle Landesbauordnung.
Tipp: Stelle das Gewächshaus in Nord-Süd-Ausrichtung auf, sodass die Längsseite nach Süden zeigt. Das maximiert die Sonneneinstrahlung und sorgt im Frühling und Herbst für die meiste Wärme.
Die wichtigste Ausrüstung im Gewächshaus ist eine gute Lüftung. Ohne Lüftung steigen die Temperaturen im Sommer auf über 50 °C, was die meisten Kulturen tötet. Mindestens zwei Firstlüfter und eine Seitenlüftung sind für ein 4-m²-Gewächshaus empfehlenswert. Automatische Lüftungsarme öffnen und schließen die Dachfenster selbstständig je nach Temperatur. Für die Bewässerung empfehlen sich Tröpfchenbewässerungssysteme, die den Wasserverbrauch deutlich senken und gleichmäßig verteilen.
Der richtige Pflanzzeitpunkt ist entscheidend für den Ertrag. Zu früh gepflanzte Kulturen erleiden Kälteschäden, die sich nicht mehr aufholen lassen.
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Kultur |
Anzucht (innen) |
Ins Gewächshaus ab |
Mindest-Bodentemp. |
|
Tomaten |
Feb – Mär |
Mitte April (nachts mind. 12 °C) |
14 °C |
|
Gurken |
Mär – Apr |
Mitte Mai |
18 °C |
|
Paprika |
Jan – Feb |
Ab Mai |
16 °C |
|
Melonen |
Apr |
Ende Mai |
20 °C |
|
Basilikum |
Feb – Apr |
Ganzjährig (frostfrei) |
10 °C |
Ergänze dein Gewächshaus sinnvoll durch Hochbeete im Außenbereich – so lassen sich Tomaten drinnen und kälteresistente Salate draußen optimal kombinieren.
Ameisen im Gewächshaus sind eines der häufigsten Probleme: Sie züchten Blattläuse auf Tomaten- und Gurkenpflanzen. Die wirksamsten Maßnahmen ohne Chemie:
• Leimringe an Stellfüßen und Fundament-Elementen anbringen
• Kupferfolie als Barriere an Gewächshaus-Eingängen
• Nützlinge einsetzen: Schlupfwespen gegen Blattläuse, Marienkäfer gegen Ameisenpopulationen
• Hygiene: süße Pflanzenreste und überreifes Obst sofort entfernen
• Backpulver-Wasser (1 EL auf 1 L) auf Ameisenstraßen – wirksam ohne Gifte
Tomaten können ab Mitte April ins Gewächshaus, wenn die Nachttemperaturen dauerhaft über 12 °C liegen. Die Bodentemperatur sollte mindestens 14 °C betragen. Bei Spätfrost die Pflanzen zusätzlich mit Vlies abdecken.
Gurken benötigen wärmere Bedingungen als Tomaten: ab Mitte Mai bei mindestens 18 °C
Bodentemperatur. Gurken und Tomaten sollten nicht im selben Gewächshaus stehen –
beide benötigen unterschiedliche Luftfeuchtigkeit.
In den meisten Bundesländern sind Gewächshäuser bis 20 m2 ohne Genehmigung
erlaubt, sofern kein massives Fundament gebaut wird. Bayern: bis 10 m2, NRW: bis 30
m2. Immer die aktuelle Landesbauordnung und den Bebauungsplan prüfen.
Leimringe an Stellfüßen anbringen, Kupferfolie als Barriere nutzen und überreife Früchte
sofort entfernen. Nützlinge wie Schlupfwespen bekämpfen die durch Ameisen geförderten
Blattläuse natürlich. Chemische Mittel sollten im Gewächshaus vermieden werden.
Glas bietet über 90 % Lichtdurchlässigkeit, ist aber schwerer und bruchempfindlicher.
Polycarbonat-Stegplatten dämpfen besser, lassen aber nur 80 % Licht durch. Für
Einsteiger empfiehlt sich ESG-Sicherheitsglas oder Polycarbonat 6-10 mm für die beste
Kombination aus Sicherheit und Wärmedämmung.
Tomaten, Paprika und Auberginen harmonieren gut – alle wärme- und
trockenheitsliebend. Gurken benötigen mehr Feuchtigkeit und stehen besser alleine oder
mit Melonen. Basilikum neben Tomaten vertreibt natürlich Schädlinge und fördert das
Wachstum.