Cumaru – tropische Härte mit lebendigem Farbspiel
Terrassendielen aus dem Tonka-Gewürzbaum
Cumarú zählt neben Ipé zu den härtesten Hölzern der Welt und wird in seinen Herkunftsländern als stark beanspruchbares Konstruktionsholz im Außenbereich verwendet. Es kommt vorzugsweise im Schiffsbau zum Einsatz. Ebenso werden Bootsstege, Wassertürme und Schleusen aus ihm gebaut. Allerdings ist es nur für den direkten Kontakt mit Süßwasser geeignet, was es ideal z. B. für Teich- und Poolumrandungen macht. Bei uns kommt Cumarú aber auch als Bodenbelag im Innen- und Außenbereich zum Einsatz. Es eignet sich aufgrund seiner enormen Widerstandsfähigkeit zudem hervorragend für kommerziell genutzte Flächen wie Cafés und Restaurants.
Herkunft
Cumarú wird aus dem Tonkabaum gewonnen, der zur Familie der Schmetterlingsblütler zählt. Dieser tropische Laubbaum erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 25 Metern, einzelne Exemplare können sogar 40 Meter hoch werden und einen Stammdurchmesser von 80 und 100 Zentimetern. Er stammt ursprünglich aus Südamerika, wo sich sein Verbreitungsgebiet nördlich des Amazonas von Brasilien über Venezuela und Kolumbien bis nach Peru erstreckt. Aufgrund seines hohen wirtschaftlichen Nutzens wird er inzwischen auch auf den karibischen Inseln und im tropischen Afrika kultiviert. Es sind vor allem die Samen seiner Früchte – die Tonkabohnen – die ihn so wertvoll machen. Neben ihrer medizinischen Bedeutung werden aus ihnen vor allem Duft- und Aromastoffe extrahiert, die bei der Herstellung von Parfums und in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommen.
Eigenschaften
Das Kernholz des Tonkabaums setzt sich mit seiner gelblich- bis oliv-braunen Farbe deutlich vom gelblich-weißen bis hell-braunen Splintholz ab. Seine Wachstumsringe sind kaum zu erkennen und so zeichnet sich das astfreie Cumarú-Holz durch ein besonders homogenes Erscheinungsbild aus. Dabei kann es aber, aufgrund des bei tropischen Hölzern häufig auftretenden Wechseldrehwuchses, zu Glanzstreifen auf der radialen Ebene kommen: Das Holz scheint dann mit farbigen Streifen durchzogen, die sich auf die ungleichmäßige Faserstruktur des Holzes zurückführen lassen. Diese bricht und reflektiert das einfallende Licht unterschiedlich und erweckt so den Eindruck von Farbunterschieden im Holz. Der Wechseldrehwuchs und seine enorme Härte machen Cumarú zu einem nur schwer bearbeitbaren Holz. Das Vorbohren von Schraublöchern und die Verwendung von Hartmetallwerkzeugen sind deshalb unabdingbar.
Da Cumarú aber neben Ipé und Teak zu den Tropenhölzern zählt, die nur mäßig quellen und schwinden, verzieht es sich kaum und es kommt nur sehr selten zu Rissbildungen, die sich meist auf eine unsachgemäße Trocknung des Holzes zurückführen lassen. Aufgrund dieser hervorragenden Eigenschaften ist Cumarú für den Einsatz im Außenbereich, auch bei direktem Erd- oder Wasserkontakt, bestens geeignet. Cumarú-Holz entspricht deshalb der Dauerhaftigkeitsklasse I.
Besonderheiten
Wie bei den meisten Tropenhölzern kann es auch bei Cumarú in den ersten Monaten zum sogenannten Ausbluten kommen. Dabei werden vom Regen- oder Gießwasser Farbpigmente aus dem Holz gespült, die anliegende Bauteile wie Fassaden, Türen und Zäune rötlich verfärben können. Mit Oxalsäure oder Natriumdithionid-Lösung lassen sich diese Verfärbungen allerdings problemlos wieder entfernen.
Pflege
Cumarú verfügt wie die meisten anderen Tropenhölzer über eine Art inneren Holzschutz: Er besteht zum einen in der hohen Dichte des Holzes, die seine Zersetzung durch Mikroorganismen und Pilze erschwert. Zum anderen lagern tropische Baumarten ätherische Öle in ihren Zellen ein, die Insekten abschrecken. Beide Strategien helfen allerdings nicht gegen das Ausbleichen des Holzes unter UV-Einstrahlung. Durch direkte Sonneneinstrahlung wird der im Holz enthaltene Stoff Liginin zersetzt, wodurch das Holz seine charakteristische oliv-braune Farbe verliert. Zurück bleibt die durchsichtig-weiße Cellulose, die das Holz silbrig-grau schimmern lässt. Mit pigmentierten Holzschutzmitteln wie Lasuren, Lacken und Ölen lassen sich diese Farbverluste allerdings wieder ausgleichen. Für den Anstrich mit Holzschutzmitteln ist Cumarú nur mäßig geeignet. Deshalb sollten ausschließlich Mittel auf Ölbasis zum Einsatz kommen, die sich leichter mit den holzeigenen Ölen verbinden.
Da nur ein intakter Holzschutz dauerhaft vor Witterungseinflüssen schützt, sollte er regelmäßig auf Schadstellen überprüft und einmal jährlich erneuert werden. Verschmutzungen lassen sich mit klarem Wasser und einem Besen oder einer Bürste ganz einfach entfernen. Die Borsten sollten weich sein, um die Holzoberfläche nicht zu zerkratzen und den Holzschutz nicht zu beschädigen.
Alternativen