Lärche – der charakterstarke Klassiker aus heimischen Wäldern

Terrassendielen aus dem härtesten der heimischen Nadelhölzer

Die Lärche gewann durch die in den 1990er Jahren erstmals aufkommende Kritik an Importen von Tropenhölzern für die heimische Forstwirtschaft an Bedeutung. Lärchenholz gilt als härtestes der heimischen Nadelhölzer und eignet sich als vielseitig verwendbares Konstruktionsholz für den Innen- und Außenbereich. So werden schon seit Jahrhunderten Fenster- und Türrahmen, Wandvertäfelungen und Bodenbeläge für den Innenbereich, aber auch Möbel aus Lärchenholz gefertigt. Tauglich für den Außenbereich macht es seine hohe Holzdichte, die seine Zersetzung durch Insekten, Mikroorganismen und Pilze erschwert.

Herkunft


Bei der Lärche handelt es sich um einen sommergrünen Nadelbaum, der zur Familie der Kieferngewächse zählt. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die gesamte Nordhalbkugel von Asien über Europa bis Nordamerika. Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 40 Metern und einen Stammdurchmesser von bis zu 180 Zentimeter. Lärchen bevorzugen ein feucht-kühles Klima und sind deshalb vorwiegend in Gebirgsregionen anzutreffen. Da die europäische Lärche nur drei Prozent des deutschen Waldbestandes stellt, wird inzwischen auf die sibirische Lärche zurückgegriffen, um der stetig steigenden Nachfrage nach Lärchenholz gerecht zu werden.

 

Eigenschaften 


Doch unterscheiden sich die europäische und sibirische Lärche in ihren Eigenschaften deutlich voneinander: Das Splintholz der europäischen Lärche setzt sich hellgelb bis rötlich vom orange-braunen Kernholz ab. Das Splintholz der sibirischen Lärche ist wesentlich heller und ihr Kernholz ist von gelblich-braunen Farbe. Bei beiden sind das helle Früh- und das dunkle Spätholz in Form von Jahresringen deutlich zu erkennen, sodass sich eine ausdrucksstarke Maserung mit Fladern auf der tangialen Ebene ("Scheibenanschnitt" des Stammes von oben nach unten) und Streifen auf der radialen Ebene ("Tortenanschnitt" des Stammes von außen nach innen) ergibt.

Die Harzkanäle fallen für ein Nadelholz eher klein aus und sind nur im Querschnitt zu erkennen. Das Holz der langsam wachsenden sibirischen Lärchen gilt als deutlich astärmer als das ihrer europäischen Verwandten. Beide lassen sich gut bearbeiten, neigen aber zum Splittern, weshalb sich das Vorbohren von Schraublöchern empfiehlt.

Für die Behandlung mit Lasuren, Lacken und Ölen sind beide bestens geeignet. Soll dabei die schöne Maserung des Holzes sichtbar bleiben, empfiehlt sich die Verwendung von unpigmentierten Mitteln. Lärchenholz quillt und schwindet zwar nur mäßig, neigt aber zur Rissbildung und zum Verzug. Ohne direkten Erd- oder Wasserkontakt ist seine Haltbarkeit im Außenbereich dennoch gut.

Zu beachten gilt, dass die langsam wachsende sibirische Lärche eine höhere Dauerhaftigkeit aufweist als die europäische Lärche. So entspricht sie der Dauerhaftigkeitsklasse II–III, während die europäische Lärche nur der Klasse III–IV zugeordnet werden kann.

Besonderheiten 


Aufgrund des hohen Harzgehalts kann es bei der sibirischen Lärche in den ersten Monaten zu sogenannten Harzaustritten kommen. Dabei setzt sich das Harz an der Holzoberfläche tropfenförmig ab. Vermehrt tritt es an Astlöchern aus. Mit Aceton lässt sich das Harz zwar problemlos wieder entfernen. Dabei gilt aber zu beachten, dass es sich um ein Lösungsmittel, das auch den Holzschutz angreift. Die Erneuerung des Holzschutzes nach der Harzentfernung ist somit unabdingbar.

 

Pflege


Bei Holz handelt es sich um einen organischen Werkstoff, der im Außenbereich Witterungseinflüssen ausgesetzt und vom Befall durch Schädlinge wie Insekten und holzzersetzende Mikroorganismen und Pilzen bedroht ist. Deshalb bedarf es immer eines intakten Holzschutzes. Bei Lärchenholz in Form eines physikalischen Holzschutzes wie Lasuren, Lacken oder Ölen auf Wasser- oder Ölbasis. Dieser sollte regelmäßig auf Schadstellen überprüft und einmal jährlich erneuert werden.

Verschmutzungen lassen sich mit klarem Wasser und einem Besen oder einer Bürste einfach entfernen. Die Borsten sollten weich sein, um die Holzoberfläche nicht zu zerkratzen und den Holzschutz nicht zu beschädigen.

 

Alternativen 


Heimische Nadelhölzer wie kesseldruckimprägnierte Kiefer (KDI) oder Douglasie.